Archiv für den Monat Februar 2010

Kultstätten

Kultur oder wie man es nennt, wenn Menschen sich als Mensch im Lebensraum Erde manifestieren,
Was bleibt daraus für unseren Geist heutzutage zufriedenstellend bestehen?

Bei dieser großen Schaffenskraft, neutral gesehen, kann es doch nicht sein, das wir keine oder kaum noch Übereinkunft finden, in einer gemeinsamen Andacht an unser Werk,
Warum identifizieren wir uns nicht ganz offen und zusammen mit dem, das wir da tagtäglich vor uns hertreiben, mit diesem Stück, das wir aufführen auf diesem Planeten, in der Gewissheit das es wieder von der Oberfläche verschwinden wird.

Wo gibt es Kultstätten, oder etwas, das man dafür halten könnte heutzutage?
Und werden sie auch dann als solche akzeptiert?
Das Wiki schreib über Kultstätten:

„Als Kultstätte oder Kultplatz wird ein heiliger, geographisch markanter und für die Ausübung von Kulten verwendeter Ort bezeichnet. Der Begriff Kultstätte zielt dabei insbesondere auf Orte und bauliche Anlagen der Vorgeschichte oder Urgeschichte ab. Religiöse Bauwerke und Gebäude neuerer Zeit gelten dagegen eher als Sakralbauten.“

Was sind demnach Kulte, und schwups sind wir bei unserem Bild von Religion, wovon die meisten mittlerweile versuchen (zuRecht) zu flüchten.
Doch eine Kirche ist auch keine Kultstätte, und ich meine das in einem verächtlichen Ton, denn eine Kirche ist nicht frei, eine Kirche ist nicht aus Menschen gemacht, sondern aus der MonopolStellung einer auf Politik und Machtverhältnissen einflussnehmenden Organisation gebaut. Einer dem Volke nicht unterstehenden Regierung, und das ganz bewusst bestimmt, also mafiöse Strukturen, die uns eine Andachtstätte bzw. eben Kultstätte bauen, und uns in ihr indoktrinieren.
Denn wir beschweren uns nicht diese Kultstätte selber zu gestalten und zu konstruieren, und den Kult sowie Glauben tagtäglich zu leben, und das heißt eben auch Einfluss nehmen, denn eine Kirche ist nichts ohne die Menschen, und wir sind alles was eine Kirche braucht.

Ich mag das Wort Kirche, nur steht es wahrscheinlich schon seit knapp 2000 Jahren für eine Institution die längst überholt ist, gerade heute, da sie jetzt ihre unrechtfertig angeeignete Machtposition komplett verlieren wird.
Ich hoffe niemand versteht mich falsch. Der christliche Glaube ist in seinen Grundzügen, wie wahrscheinlich alle großen Religionen, eine feine Sache, sonst hätte er auch nicht soviele Mäuse gefangen, aber mehr als die 10 Gebote braucht der Mensch nicht von oben anzuerkennen, den Rest kann er ganz leicht selber machen.

Aber warum scheißen wir nicht komplett auf Religion?
Moment mal… tun wir Realisten das nicht ? nicht immer mehr,
Ist Religion nicht etwas altes, verrunzeltes, das seine Rente grade noch genießen kann, aber bald sicherlich im Grab ist, und dann aber ohne Kreuz oben drauf.

Aber ein Mensch kann nicht ohne Glauben leben, mit Sicherheit nicht.
Unser Glauben, der Glauben der Realisten hat sich verschoben, und anscheinend nehmen wir ihn nicht mehr so wahr, wie er auf uns Einfluss hat.
Denn der Glaube sagt ja schon in seiner Worthülse, das eine Überzeugung aus keiner materiellen Erkenntniss bewiesen werden kann.
Natürlich glauben wir, vielleicht sogar noch viel mehr als früher, da unsere Welt immer unsicherer wird, nicht weil wir mehr Kriege oder weltumspannenden Terror hätten als früher, sondern weil alles das, was die westliche Welt an schweißenden Werten durch Glaubensmodelle in sich verinnerlicht hatte, auseinanderfällt, und das mehr und viel schneller, als wir es zulassen dürfen sollten.

Was sind unsere Kultstätten, oder was dem am nächsten kommt, heutzutage?
Das Kino,
Die Kaufhäuser,
Die christliche Kirche
Die Kneipe,
Der Urlaub,

eine große Treppe, wo Menschen sich einfach nur zusammen hinsetzen und anderen Menschen beim vorbeilaufen zusehen, meist an einem Bahnhof, wie in Köln.
Ein Bahnhof ist sehr voll von solchen Stätten, in der Bahn, oder im Wartesaal… Immer wenn wir uns zusammenfinden, und am meisten, wenn wir auch noch Zeugniss davon lassen, und seis nur durch den Müll, der sich nach dem Kinobesuch auf dem Boden gesammelt hat, oder den Graffities und Zeichen, die von Menschen an diesen Plätzen hinterlassen werden.

Unser neuer Gott heißt für die meisten zuallererst UNTERHALTUNG und KONSUM.
Erst danach kommen andere Menschen, bei einer Kneipe, oder ähnlichen Beschäftigung, läuft das etwas anders, aber es ist bei weitem nicht ausreichend, um zu kompensieren, was wir an Kult bräuchten.
Meisten leben wir nebeneinander her, wenn wir uns schoneinmal treffen. Wir merken gar nicht, das wir verhungern vor Entmenschlichung.
Der Kontakt wird banalisiert, an der Supermarktkasse, an der Haustür, an der Kinokasse und im Kinosaal, am Bahn- oder Flughaven- Schalter, in der Bahn, im Flugzeug erst recht, wie eine Schweinehorde zu Abfertigung mit abschließendem Beifall,  bei der Tankstelle…

Nungut, es ist ja nicht zwingend nötig sich dort überall aufzuhalten und mit Mitmenschen zu beschäftigen, aber wann tun wir es denn dann?

Wer in einem Verein ist, wird wissen was ich meine.
Wann halten wir Rat, oder sitzen am Stammtisch beinand und reden, mal ernsthaft, mal nur so daher, und wieoft wechseln die Mitglieder dabei?

Ups, ich habs… StasiVZ, Facebook,
Warum haben diese verdammten Portale einen solchen Erfolg..?
Ist es nicht der Ausdruck dessen, was uns fehlt, und dadurch MegaKonzerne entstehen läßt, mit Mitgliederzahlen über 400.000.000…
Ups, ein kleines Wiki-Statement zu Mark Zuckerberg, dem Facebook Erfinder:

„Zuckerbergs Vermögen belief sich im September 2009 auf rund 2,0 Milliarden Dollar und ist parallel zum Anwachsen des Marktwerts von Facebook stetig steigend. Damit ist er der jüngste zur Zeit lebende Milliardär der Welt. Nach eigenen Angaben lebt Zuckerberg weiterhin in einem kleinen Appartement in San Francisco.

Anfang des Jahres 2010 erklärte Zuckerberg in einem Interview mit Mike Arrington von TechCrunch, dass er „Privatsphäre“ nicht mehr zeitgemäß findet. Er begründete seine Ansicht damit, dass die Privatsphäre inzwischen ein überholtes Konzept ist, da mehr und mehr Nutzer immer mehr von sich persönlich im Internet preisgeben.“

Hum, und jetzt behaupte ich mal, das die Menschen, die zuRecht den glauben zur Kirche verlieren, weil sie nicht mehr Zeitgemäß über uns herrscht… das diese Menschen sich jetzt frohlockend in Facebook und Company einfinden…
Hach, du herliche internationale Kommunikation.
Ups,
„Facebook änderte im Februar 2009 die Nutzungsbedingungen (Terms of Service) dahingehend, dass das Unternehmen die Daten von Mitgliedern zeitlich unbegrenzt verwenden durfte – auch nach Löschung bzw. Deaktivierung eines Nutzerkontos. Die Regelung betraf beispielsweise Kommentare, Fotos und Videos. Nach massiven Protesten von Nutzern, Daten- und Verbraucherschützern wurden die Regeln zunächst wieder auf den Stand vor den Änderungen zurückgesetzt. Zudem kündigte das Unternehmen an, in bestimmten Fällen seine Nutzer künftig über Regeländerungen abstimmen zu lassen. Im April 2009 stellte Facebook modifizierte Nutzungsbedingungen zur Abstimmung, in denen Nutzern der Besitz ihrer Informationen zugesichert wird. Eine Mehrheit der Teilnehmer befürwortete die neuen Regeln. Obwohl die Inhalte (z. B. Fotos) im Besitz der Nutzer bleiben, erhält Facebook das Recht, alle Inhalte kommerziell zu nutzen und die Nutzungsrechte an Dritte weiterzugeben.“

Achja, das ist noch gar nichts.
Lest den Artikel zu Facebook in Wiki durch, und entdeckt Freunde aus dem CIA und DataMining- Spiele, sowie Iraner, die lustig durch ihre Freundeskreise gefoltert werden…
Ich würde sagen, das die Kirche da neue Beschäftigungsfelder findet, ach moment,
es gibt doch seit kurzem das FAITHBOOK, göttlich!!!

Also, wenn wir nicht bald anfangen, unsere eigenen, von Menschen gebaute Kultstätten zu nützen, dann wir die kommende Tyrannei schrecklicher werden, als alles was ein Mensch vorher ertragen musste, oder sich sogar Vorstellen kann. Selbst Orwell würde mit den Ohren schlackern.

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