Archiv für den Monat Dezember 2011

ich bewerte Produkte nach ihrer Marke

das heißt, sobald die Marke sich über den Nutzen des Produktes stellt, ist es für mich lächerlich und dumm es zu konsumieren.
Dies ist ein abstrakter Vergleich, denn eine Marke bringt uns gar nichts wirbt aber im Eigenzweck mit mächtigen Gefühlen wie „Sei du selbst“ oder „Just do it“. Dies ist heiße Luft, denn es hat primär gar nichts mit dem in Bezug gesetzten Produkt zu tun, aber dennoch verlinken wir durch permanente Wiederholung intuitiv das Gefühl mit dem Produkt.

Noch vor 50 Jahren wurden Produke mit ihrer Funktionalität und/oder Nützlichkeit beworben „Die Seife wäscht sauber und riecht nach *Pups*“. Heute werden Produkte fast nur noch mit heißer Luft beworben. Die Marke macht dich besitzlustig, aber der Nutzen des Gegenstandes steht dem hinten an, und so sind wir immer mehr angeleitet zu konsumieren als unsere grundsätzlichen Bedürfnisse funktional zu befriedigen (der kurzfristige Kick des Produkts gegen die produktive Arbeit des Verstandes).
Es wird in der Werbung vorweggenommen welches Gefühl du mit dem Produkt assoziieren sollst, aber es gibt keinen Grund, dass das Produkt selbst überhaupt irgendein Gefühl bei dir auslöst.
Zugespitzt kann man meinen, dass das Produkt nur noch während es beworben wird einen Nutzen offeriert, nämlich durch das gute Gefühl das durch den Werbespot initiiert wird. Während man im Laden steht kommt das assoziierte Gefühl durch hundertfache Wiederholung unterschwellig in einen kontextbezogenen Reizhintergrund zum Vorschein, was kaum noch Verbindungen mit der vormals erlebten Werbung ermöglicht.

Dies ist die Beschreibung einer trostlosen Alltäglichkeit, als das letzte bisschen was noch übrig bleibt an dem was uns unverhältnissmäßig gegen Geld getauscht wird…die andere Seite der Münze zeigt auf wie unverhältnissmäßig das dafür gebrauchte Produkt gegen jede Moral und Anstand immer dort produziert wird wo die Gewinnmargen am größten gehalten werden können.
Im Rahmen dieser zügellosen Produkt-Markt-Wirtschafts-Globalisierung wird alles gleich am untersten Limit dessen was auf dem Globus vorhanden ist angepasst.. letztendlich Sklaverei, die ohne einen Herren sondern nur durch ein System überwacht und vollzogen wird. Damit ist dieses System im Wirken auf unser Leben in all seinen Facetten weitaus schlimmer als jede Herrschaft über Massen die vormals erdacht wurde. Nur der vernünftige Wiederstand von Menschen die den Eingriff erkennen und/oder nicht glauben das die Kontrolle durch ihre Vertreter aufrecht erhalten wird, trägt dazu bei, das der Abstieg nicht schlagartig vonstatten geht, und das der Coup d’etat in Zeitlupe voranschreitet, da so im scheiden unserer Rechte die dem Wirtschaftsfaschismus (Inverted totalitarianism) im Wege stehen, nicht die Agenda assoziiert wird, die dies vorantreibt, sondern immer wieder Gründe vorangeführt werden können, die uns kurzfristig in einen Notstandsglauben versetzen, und danach betäubt durch Konsum verebben. Dies alles staut sich langsam und unvermeitlich auf. Grundrechtsbrüche überholen mit und mit unseren betäubten Verstand, und so wie der Staat überkommen und wenigstens moralisch korrupt gegen eine kommende Revolte aufrüstet, so erleben wir wie das System seine Kinder frisst und dem Kollaps mit weitausholenden Armen entgegensehnt.

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